Das Tierheim ist ein Teil der Hygenieverwaltung der Stadtverwaltung von Beykoz. Als der jetzige Bürgermeister -Herrn Muharrem Ergül- 2004 sein Amt antrat, stoppte er zunächst einmal per Entscheid alle Tötungen im dortigen Tierheim. Dann wurden neue Gebäude angebaut, so dass die Kapazität der aufzunehmenden Hunde von bislang 100 auf 900 erhöht werden konnte. Alle anfallenden Kosten wurden und werden von dem Budget der Stadtverwaltung bezahlt. Derzeit beträgt das jährliche Budget 500.000 Euro. Ab 2009 soll dieses Budget erhöht werden.

Die Tierheim - Crew
(aufgenommen bei meinem Besuch am 24.06.08)
Im Tierheim arbeiten 2 Tierärzte, 7 Pfleger, 1 Koordinator und 2 Sicherheitsbeamte. Seit meinem Besuch wurde die Belegschaft noch vergrössert, so dass inzwischen 20 Leute dort beschäftigt sind, dazu zählen auch zwei weitere Tierärzte. Alle Angestellten beziehen ihr Gehalt von der Stadt Beykoz.
Bis zu ihrer fristlosen Entlassung im Mai 2008 waren noch Frau Berrin Olcay und Frau Yasemin Baban dort als ehrenamtliche Tierheimleiterinnen tätig. Auf meine Anfrage bezüglich des Entlassungsgrundes teilte mir die Stadt Beykoz folgendes mit: "Wir haben gehört, dass im Namen des Tierheims im Ausland Spenden und sonstige Hilfen gesammelt werden und nicht genehmigte Hundeverkäufe stattfinden. Aus diesem Grund mussten wir Massnamen ergreifen."
Ich wollte wissen, was an diesen Vorwürfen "dran" ist und habe recherchiert. Dabei habe ich folgendes herausgefunden: Es wurden tatsächlich über viele Jahre hinweg Spenden und Hilfsgüter zum Beispiel hier in Deutschland von Hilfsorganisationen gesammelt - im Namen und für das Tierheim Beykoz. Leider gibt es nirgendwo Aufzeichnungen über die tatsächliche Höhe und die Art der Hilfsgüter. Etliche Angaben sind hier teilweise widersprüchlich. Jedoch scheint ziemlich sicher, dass von einer deutschen Organisation wenigstens 30.000 Euro an Spenden und zahlreiche Hilfsgüter wie zum Beispiel medizinische Geräte nach Beykoz gingen. Weiter ist die Rede von "Schutzverträgen" für alle vermittelten Hunde -die Gebühren sollen hier zwischen 250 und 300 Euro betragen haben. Weitere Recherchen ergaben, dass auch andere Organisationen sowohl in Deutschland, als auch in den Niederlanden und in Österreich auftragsgemäss gesammelt haben.
Die Frage ist also - hat die Stadt Beykoz hiervon gewusst oder nicht - und wofür wurde das Geld verwandt?
Kurz vor meinem Besuch in Beykoz hatte Berrin Olcay die dort befindlichen ambulanten Krankenstationen abholen lassen. Auf meine Frage, warum man ihr diese ausgehändigt habe - da sie dort doch dringend notwendig seien, wurde mir erklärt: Berrin habe türkische Rechnungen vorgelegt, die auf ihren Namen ausgestellt waren und die bewiesen, dass alle Geräte von ihr persönlich gekauft wurden.
Hier stellt sich mir die Frage: wieso hat es 2 Monate gedauert, bis Berrin die Rechnungen vorlegen konnte, und wo sind denn die "vielen" (Zitat) von der deutschen Organisation gekauften und nach Beykoz gelieferten medizinischen Geräte?
OP-Raum im TH Beykoz
(aufgenommen am 24. Juni 2008)
Zwinger Nr. 17 (nicht alle sind nummeriert)
Zur Begrüssung kommen alle rausgerannt

links ein kleinerer Zwinger und rechts die Einzelzwinger
Im Tierheim selbst gibt es viele verschieden grosse Zwinger (die teilweise nummeriert sind, aber ich habe leider vergessen, sie zu zählen). Alle Zwinger haben Schutzhütten, in die sich die Hunde zurückziehen können, und sind m. E. voll belegt. Ich schätze die Zahl der Hunde im TH selbst auf ca. 800.

Dann gibt es dort noch diese Hütten mit angeketteten Hunden. -
Und in dem angrenzenden Wald befinden sich noch weitere eingezäunte Anlagen, in denen sich noch einmal ca. 300 Hunde befinden. Und rund ums Tierheim findet man viele streunende Hunde - ich schätze auch noch etliche Hundert.
Das Tierheim hat ausser dem Verwaltungsgebäude noch eine Küche (hier wird das Hundefutter zubereitet), ein Kühlhaus und ein Krankenhaus mit einem OP-Raum und einer Quarantänestation.

links im Hintergrund die Küche - es werden gerade die Futterkübel mit dem gekochten Brot-Fleisch-Mix gefüllt

links das Kühlhaus mit den Boxen mit dem Fleischmett und rechts ein ausgepacktes Brot

links der OP-Raum und rechts die Apotheke
Da es dort keinen eigenen Wasseranschluss gibt, kommt zweimal täglich ein Tankwagen, der dann das Wasser in den unterirdischen Tank pumpt.